Stifterporträt

Gutes tun und weitergeben

Stifter ganz persönlich

Stifterporträts

Blankenburg Kinder Gedächtnis Stiftung

In unserem Herzen ist noch Platz

Familie mit zwei KindernFamilie Blankenburg hilft Kindern

Das Schicksal ist unberechenbar, manche beutelt es mehr als andere. Sie müssen mehr als einmal Tod, Verlust, Trauer bewältigen. So auch Martin Blankenburg: Im Alter von zwölf wurde er Vollwaise. Später, als er gemeinsam mit seiner Frau Brigitte eine Familie gegründet hatte, verloren die beiden nacheinander drei Kinder. Alle starben noch vor der Geburt.

Doch für Menschen wie Martin Blankenburg ist dies kein Anlass zu zweifeln. "Im Tod steckt auch Leben", sagt der Diakon aus Lüneburg. "Dies ist für mich ein wichtiger Teil der Gotteserfahrung."

Ein Projekt pro Jahr

Jedes Jahr konzentrieren sich die beiden Stifter auf ein konkretes Projekt, das von Caritas international in Zusammenarbeit mit einem lokalen Caritasverband organisiert wird. So haben die Stifter beispielsweise ein Ernährungszentrum in Niger unterstützt und Kindern aus Müllsammler-Kolonien im brasilianischen Fortalezza geholfen. Außerdem haben sie sich in einem Projekt gegen sexuellen Missbrauch in Argentinien engagiert und für jugendliche Mütter in Bolivien.

In allen Fällen war das Stifterehepaar mit den Ergebnissen der Projekte mehr als zufrieden. "Die Caritas vor Ort arbeitet absolut punktgenau", lobt der Diakon, der einen Teil seiner Ausbildung in Südafrika und Bolivien verbracht und dort das Elend der Armut hautnah kennengelernt hat. Die gute Arbeit der Caritas ist für ihn zugleich Ansporn, das eigene Engagement weiter auszubauen und den Grundstock der Stiftung zu vergrößern. Deshalb hat er anlässlich seines 50. Geburtstags auf Geschenke verzichtet und seine Gäste stattdessen um Zustiftungen in den Kapitalstock gebeten. "Es macht Freude zu sehen, wie unser humanitäres Werk wächst", strahlt der Stifter.

Mindestens ebenso wichtig ist es dem Stifterehepaar, die Botschaft der Barmherzigkeit an die nächste Generation weiterzugeben. "Unsere Stiftung ist unser Vermächtnis", sagen sie. Ihre Hoffnung: Die Söhne mögen das humanitäre Werk dereinst im Sinne der Eltern weiterführen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn der ältere, inzwischen ein Teenager, hat das Engagement der Eltern in den letzten Jahren aufmerksam begleitet. 

Seine Antwort auf das Schicksal: Im Jahr 2007 gründete er gemeinsam mit seiner Frau eine Stiftung. Die "Blankenburg Kinder-Gedächtnis-Stiftung" hilft armen Kindern in Afrika und Lateinamerika. "Wir haben ja schon zwei wunderbare, gesunde Söhne", erzählt Blankenburg. "Doch in unseren Herzen ist noch Platz. Wir hätten ihn gern weiteren, eigenen Kindern gegeben. Nun kommt er Bedürftigen zugute."

Christel-Icking-Stiftung - Damit Kinder leben können

Portrait: Christel IckingChristel Icking

"Glaube gedeiht, wenn Menschen eine Zukunft eröffnet wird, durch die sie die Liebe Gottes erfahren können." Dies ist die Überzeugung der pensionierten Studiendirektorin Christel Icking. Ihre 2011 gegründete "Christel-Icking-Stiftung: Damit Kinder leben können" unterstützt Kinder und Jugendliche vornehmlich in Entwicklungsländern.

Die Stifterin ist eine fest im Glauben verwurzelte Frau. Ihr Leben in enger Verbindung zu Gott gibt ihr Kraft und Vertrauen. Sie engagiert sich vielfältig in ihrer Kirchengemeinde als Kommunionhelferin, Lektorin, Organistin, bei Krankenkommunion und in der Gemeindecaritas. 

Aus diesem Engagement hat Christel Icking eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Konkrete Hilfen sind der beste Weg, um die christliche Botschaft weiterzutragen. Eben deshalb fiel ihre Wahl auf die Caritas als Stiftungspartner. "Ich bin sicher, dass sie weiß, wo auf der Welt die Not am größten ist", sagt die Stifterin. "Die Caritas wird die Erlöse stets zum Besten einsetzen, sei es gegen Hunger und Krankheit oder für Bildung."

Dr. Robin Türks Stiftung

Dr. Robin TuerksDr. Robin Tuerks übernahm Verantwortung – zu Lebzeiten und darüber hinaus mit seiner Stiftung.

Dr. Robin Tuerks (1970-2006) promovierter Jurist und Rechtsanwalt mit Schwerpunkt internationales Finanzrecht, arbeitete in einer internationalen Großkanzlei in New York und dann in Düsseldorf. Er besaß ein hohes Maß an Rechtsempfinden und ein soziales Verantwortungsbewusstsein, das Familie, Freunden und Kollegen ebenso imponierte wie sein Leistungswille und seine Fähigkeit zum strategischen Denken.

Nachhaltig beeindruckt war Robin Tuerks vom bürgerschaftlichen Engagement in den USA. So arbeitete er, während er in New York lebte, unter anderem bei einer privaten Initiative mit, die sozial und finanziell benachteiligte Menschen kostenlos mit juristischer Beratung unterstützte.

Nach seinem plötzlichen Tod ist - in seinem Sinne - eine Gedächtnisstiftung entstanden. In ihr leben die sozialen Vorstellungen von Robin Tuerks nachhaltig weiter.

Familie Opinc-Stiftung

Hilfe, die von Herzen kommt 

Portrait: Rosalinde und Georg OpincRosalinde und Georg Opinc helfen in Deutschland und weltweit

Armut - hier bei uns Deutschland? Den Gedanken weisen viele Menschen von sich. Doch Rosalinde und Georg Opinc sind anderer Meinung. Die Schere zwischen arm und reich geht in unserem Land immer weiter auf - daran haben sie keinen Zweifel. "Gerade in wirtschaftlich erfolgreichen Regionen wie der unseren ist es für viele inzwischen schwer geworden, finanziell über die  Runden zu kommen", hat Georg Opinc beobachtet. "Mit einem einzigen Einkommen allein können heutzutage weniger gut qualifizierte Menschen ihre Familie nicht mehr ernähren."

Für das Ehepaar verbindet sich damit eine erschütternde Erkenntnis: Harte Arbeit und Fleiß helfen mittlerweile nicht unbedingt weiter im Leben. Doch genau das war die Triebfeder die beiden Opincs. Beide beendeten im Alter von 14 Jahren die Volksschule. Heute führen sie ein eigenes Unternehmen.
Nicht nur das: Das Paar hat seinen drei Kindern eine Ausbildung ermöglicht und alle drei darüber hinaus materiell unterstützt. "Wir sind dankbar für diesen Erfolg", sagte Rosalinde Opinc. Eben deshalb haben die beiden 2011 unter dem Dach der Caritas-Stiftung Deutschland ihre eigene Stiftung gegründet - die Familie Opinc-Stiftung.

Rosalinde und Georg Opinc helfen in Deutschland und weltweit

Gespendet hat das Ehepaar Zeit seines Lebens. "Als praktizierende Christen war dies für uns selbstverständlich", betonen sie. "Wir helfen gerne, gerade denen, die es weniger gut getroffen haben als wir." Mit ihrer Familie Opinc-Stiftung hat das Ehepaar dieses Engagement in eine nachhaltige Form gegossen. "In einer Stiftung ist das Kapital gut angelegt", weiß Unternehmer Opinc. "Unsere soziale Arbeit finanzieren wir mit den Erlösen, die dieses Kapital erwirtschaftet."

Besonders wichtig für die Stifter: Die Erlöse stehen komplett für den Stiftungszweck zur Verfügung. "Das haben wir dem einzigartigen Service der Dachstiftung zu verdanken", freut sich das Ehepaar. "Sie übernimmt nicht nur die administrativen Tätigkeiten, sondern trägt auch die Kosten dafür."
Die Familie Opinc-Stiftung hilft in Deutschland und weltweit. Dies ist den beiden Stiftern wichtig. "Dabei vertrauen wir auf weltweite Netz der Caritas", erläutert Roslinde Opinc. "Es bietet uns die Gewähr, dass die Hilfe da ankommt, wo sie wirklich nötig ist." In Deutschland hat die Familie Opinc-Stiftung beispielweise ein spezielles Ausbildungsprojekt im Rheinland unterstützt. Dort erhalten Langzeitarbeitslose eine Berufsausbildung. Im Ausland fördert sie die soziale Arbeit von Caritas international - beispielsweise im Niger. Dort ist ein Ernährungszentrum entstanden, in dem Familien unter anderem Gutscheine für Saatgut erhalten.

Franz-Wilhelm und Ursula Vogdt Caritas-Stiftung Zukunft für Kinder

Auch die Fernen sind uns nah

Ursula und Franz-Wilhelm VogdtUrsula und Franz-Wilhelm Vogdt

Schulabschluss mit 14, dann Lehre und Beruf. Im Deutschland der Nachkriegszeit waren Karrieren wie diese gang und gäbe. Dass sie zu Erfolg, Wohlstand und einem geglückten Leben führen können, das beweisen Ursula und Franz-Wilhelm Vogdt (67 und 68). Mit ihrer Stiftung "Zukunft für Kinder" tragen sie nun unter dem Dach der Caritas-Stiftung Deutschland dazu bei, junge Menschen zu unterstützen - ihnen Wege in der Schul- und Berufsausbildung zu ebnen, die sie möglicherweise alleine nicht finden können.
"Wir kommen aus einfachen, bescheidenen Verhältnissen", sagen die Vogdts. Er wuchs in Papenburg im Emsland auf, sie - gebürtige Dortmunderin - in Hovestadt bei Soest, wohin sie während des Krieges evakuiert wurde. Er machte in den 1950er Jahren eine Lehre in der Justiz, sie eine kaufmännische Ausbildung. Vier Jahrzehnte später war er Vorstand einer Immobilienentwicklungs- und Bauträger AG.
Es waren nicht nur die Tugenden der Nachkriegsjahre, die zu dieser beeindruckenden Karriere beigetragen haben: Fleiß, Disziplin und Ehrgeiz. Zeit seines Lebens war das Ehepaar getragen vom christlichen Glauben. Er ist die Triebfeder ihres Handelns, verleiht ihnen Kraft und Selbstbewusstsein - und motiviert sie.

Dies zeigte sich erneut, kaum waren die beiden Söhne flügge. Da begannen beide Eltern ein Studium. Er studierte katholische Theologie und wurde zum Diakon geweiht, sie schrieb sich im Dortmunder Frauenstudium ein, das speziell für Frauen ihrer Generation eingerichtet worden war. Heute arbeitet Franz-Wilhelm Vogdt ehrenamtlich als Diakon in den Gemeinden eines Pastoralverbundes und Ursula Vogdt ebenfalls ehrenamtlich in der Erziehungsberatung des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF).

Kontinuierliches Engagement in der Gemeinde und darüber hinaus

Parallel zum Erwerbsleben haben sich die Vogdts stets in ihrer Gemeinde engagiert. Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, Sakramenten Katechese, Aufbau und Leitung eines Dritte-Welt-Projekts - das waren einige Stationen. Neben der Gemeindearbeit engagierten sie sich auch persönlich bei humanitären Projekten im Ausland. Mit ihren Spenden unterstützten sie den Aufbau von Kindergärten und einer Medizinstation in Tansania. Außerdem halfen sie der Missionsverwaltung der Franziskaner, im Nordosten Brasiliens ein Gemeindezentrum aufzubauen.

"Mitmenschlichkeit heißt für uns, achtsam und respektvoll mit den Menschen umzugehen, mit denen wir in Kontakt kommen. Dies gilt nicht allein für die, mit denen wir persönlich zu tun haben", betonen die Stifter. "Wenn wir unsere christliche Haltung ernst nehmen, sind auch die Menschen in der Ferne unsere Mitmenschen, wenn ihre Lebenssituation uns berührt und wir in der Lage sind, ihnen zu helfen."
Stiftung stellt Engagement auf breitere Basis

Mit der Zeit aber erschien ihnen die Konzentration auf einzelne humanitäre Projekt nicht befriedigend. "Es besteht die Gefahr, dass man eine Wohlstandsinsel schafft", gibt Franz-Wilhelm Vogdt zu bedenken. So entstand allmählich der Gedanke, eine eigene Stiftung zu gründen, die sich in den unterschiedlichsten Regionen engagieren kann. Das Ziel: Die Stiftung sollte vor allem jungen Menschen, Kindern und Jugendlichen, Chancen eröffnen und ihnen Wege aus der Not weisen.

Das Ehepaar machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Partner. "In der Caritas haben wir den professionellen Rahmen gefunden, den wir gesucht haben", sagen die beiden. Dafür haben neben der christlichen Grundhaltung die langjährige Tradition in der sozialen Arbeit, die weltweite Vernetzung von Caritas international sowie das verantwortungsbewusste Finanzmanagement der Caritas-Stiftung Deutschland den Ausschlag gegeben.

Hilfe für minderjährige Mütter

Ende 2007 war es soweit: Die Franz-Wilhelm und Ursula Vogdt Caritas-Stiftung "Zukunft für Kinder" nahm ihre Arbeit auf. Zwei Jahre später können erste Ausschüttungen investiert werden: Die Vogdts unterstützen ein Projekt von Caritas international in Bolivien. In einem speziellen Hilfezentrum in El Alto, unmittelbar westlich der Hauptstadt La Paz, erhalten minderjährige Mütter pädagogische Begleitung, um ihre Schulausbildung abzuschließen und anschließend einen Beruf zu lernen. Da das Zentrum über eine eigene Schneiderei, eine Bäckerei und einen Friseursalon verfügt, haben die jungen Frauen mehrere Berufe zur Auswahl. "Diese Art von Projekt ist genau das, was wir uns vorgestellt haben. Die jungen Frauen erhalten ein wichtiges Fundament für ihre Zukunft", freuen sich die Vogdts.

Welche weiteren Pläne haben die beiden für ihr caritatives Werk? "Wir wollen den Grundstock unserer Stiftung ausbauen", erläutern sie. "Dabei haben wir schon sehr viel positive Resonanz erfahren." Bei Geburtstagen und anderen Familienfesten bittet das Ehepaar meist um Zustiftungen. Und wenn sich Franz-Wilhelm Vogdt mit seinen Erfahrungen als Berater in Liegenschaftsfragen engagieren lässt, "dann lasse ich den Ertrag meiner Arbeit zukünftig der Stiftung zu Gute kommen", erläutert er.

Was bedeutet es dem Ehepaar Vogdt, eine eigene Stiftung zu haben? "Es ist ein gutes Gefühl, mit einer eigenen Stiftung etwas Dauerhaftes und Nachhaltiges geschaffen zu haben, das über unsere Zeit hinaus wirkt und weitergeführt wird", sagen sie.

Gerwald Buhrow Stiftung

Gerd und Waltraud BuhrowGerd und Waltraud Buhrow helfen Menschen mit Behinderungen

Sie haben immer hart gearbeitet, und doch stets Zeit gefunden, sich zu engagieren. "Helfen, ehrenamtliches Engagement, das gehört zum Leben", sagen Gerd und Waltraud Buhrow. "Das ist doch selbstverständlich."

Als sie noch berufstätig waren - er im Sicherheitsgewerbe bei der Lufthansa, als Pflegefachkraft im Nachtdienst  - da waren sie während ihrer Freizeit im örtlichen Sportverein aktiv. Nun, da das Erwerbsleben beendet und die Tochter auf eigenen Füßen steht, haben sie sich entschieden, mit ihrem Vermögen eine eigene Stiftung aufzubauen. "Wir haben genug gespart", erklärt das Rentner-Ehepaar. "Unsere Enkelin hat davon kein Nachsehen. Sie möchte am liebsten auch helfen, aber sie soll erst mal ihre Ausbildung beenden."

Eigenständigkeit ermöglichen

Die Gerwald-Buhrow Stiftung, gegründet im Jahr 2005, hilft Menschen mit Behinderung, die in Osteuropa oder in Entwicklungsländern leben. "Diese Menschen sind oft ausgegrenzt", hat Gerd Buhrow auf seinen Dienstreisen durch Asien und Osteuropa beobachtet. "Sie haben keine Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen. So sind sie meist völlig auf ihre Familie angewiesen." Oft, da ist er sich sicher, würden ein paar Gehhilfen schon reichen, um ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Und für genau diese Art von Unterstützung wollen die Buhrows sorgen.

"Hilfe zur Selbsthilfe" - nennen Fachleute dieses Konzept der Sozialarbeit, und die Buhrows unterstützten es begeistert. "Unsere Hilfe soll ein Anstoß sein, mehr nicht. Den eigentlichen Schritt muss jeder Mensch selbst machen", zeigen sich die Eheleute überzeugt. Sie wissen, wovon sie sprechen. Denn sie haben sich vor Jahrzehnten nach der Flucht aus der ehemaligen DDR ein neues Leben im Westen aufgebaut - erfolgreich, wie man sieht.

Und warum setzen sie heute auf die Caritas? "Weil sie uns die professionelle Unterstützung bietet, die wir gesucht haben."

Horst Richter Stiftung

Aufklären über Gewalt

Portrait: Horst RichterHorst Richter setzte seine Stiftung testamentarisch als Vermächtnisnehmerin ein

Mit seiner humanitären Stiftung fand Horst Richter die Lösung, nach der er sein ganzes Leben gesucht hatte. Als kleines Kind hatte er Gewalt und Misshandlung erleben müssen. Diese Erfahrung prägte ihn auch noch als Erwachsener - allen beruflichen Erfolgen zum Trotz.
Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer Traumatisierung. Wer Gewalt erlebt hat, ist Zeit seines Lebens widerstreitenden Gefühlen ausgesetzt: Sehnsucht nach Geborgenheit einerseits und tiefes Misstrauen sowie Wut andererseits. Eben deshalb hatte Horst Richter vor allem ein Lebensziel: Er wollte aufklären über Gewalt und ihre Folgen. Und denen helfen, die sie erleiden müssen.
Nach Abschluss seines Berufslebens rief er 2009 eine eigene Treuhandstiftung ins Leben und stattete sie mit seinen Ersparnissen aus. Die Horst Richter Stiftung kümmert sich um früh traumatisierte Menschen. Mit unermüdlichem, persönlichem Einsatz sorgte der Stifter dafür, dass sein caritatives Werk wachsen konnte. Er nutzte beispielsweise die Angebote der Dachstiftung, um für Zustiftungen in den Kapitalstock zu werben.

2012 starb der Stifter nach einer schweren Krankheit. In seinem Testament hatte er ein persönliches Vermächtnis zugunsten seiner Stiftung eingerichtet.
Seither wacht die Dachstiftung als Treuhänderin darüber, dass der Stiftungszweck eingehalten wird. Sie verwaltet das Stiftungsvermögen und sorgt dafür, dass die Erlöse im Sinne des Stifters eingesetzt werden. In diesem Jahr fördert die Stiftung beispielsweise die Arbeit des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF). Er betreibt in Paderborn, dem letzten Wohnort des Stifters, die Beratungsstelle Belladonna. Mit Hilfe einer Jugendpsychologin bietet sie Kindern, die unter häuslicher Gewalt leiden müssen, eine spezielle Traumatherapie.

Johannes Blum (1962-1978) – Gedächtnisstiftung

Junger Mann im PortraitJohannes Blum (1962-1978) – Gedächtnisstiftung

Mit der Johannes Blum-Gedächtnisstiftung gedenken die Stifter ihres früh verstorbenen ersten Sohnes Johannes, geboren am 11.12.1962 in Ludwigshafen. Er starb am 15. April 1978 mit nur 15 Jahren. Die Erinnerung an seinen wunderbaren Charakter aber ist weiter lebendig: lebensfroh, voller Neugier auf sein Leben, liebenswürdig, charmant und beliebt - so bezeichnen ihn bis heute diejenigen, die ihn gekannt haben. "Johannes hatte einen glasklaren Verstand", sagte sein Lateinlehrer, als er an seinem Grab stand.

Johannes Blum war Schüler am Karolinengymnasium in Frankenthal und Mitglied bei den Christlichen Pfadfindern im Stamme John F. Kennedy, Frankenthal. "Sci vias" (Wisse die Wege), den berühmten Titel des religiösen Werks der deutschen Mystikerin Hildegard von Bingen, ließen seine Eltern Gertrud und Rainer Blum auf den Grabstein meißeln. Ergänzt wird dies durch ein Zitat aus dem Johannesevangelium: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

Die Erlöse der Stiftung dienen dazu, das Caritas Baby Hospital (CBH) in Bethlehem zu unterstützen, das seit 1952 von der Kinderhilfe Bethlehem betrieben wird. Die Klinik behandelt Kinder im Westjordanland ungeachtet der nationalen, religiösen oder sozialen Herkunft ihrer Eltern. Zum Konzept der Klinik gehört es, die Mütter möglichst eng in die stationäre und ambulante Versorgung einzubeziehen.

Jürgen Frenger Stiftung

Portrait: Jürgen FrengerJürgen Frenger kümmert sich um alte Menschen, die unter Entbehrungen zu leiden haben.

Nichts prägt so nachhaltig wie die Erlebnisse als Kind. Das gilt auch für Jürgen Frenger, Jahrgang 1946. Als kleiner Junge hat er hautnah erlebt, wie die Erwachsenen das Land nach dem Krieg aus den Trümmern wieder aufgebaut haben. Heute sieht er, dass ausgerechnet diese Generation wieder unter Entbehrungen zu leiden hat.

"Häufig trifft es Frauen", hat Frenger beobachtet. "Ihnen fehlt oft Geld für die nötigsten Dinge, eine bessere Brille zum Beispiel oder ein neues Bett." Deshalb hat er selbst die Initiative ergriffen.
Seine 2010 gegründete Jürgen-Frenger-Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Hälfte ihrer jährlich erwirtschafteten Erlöse in Deutschland einzusetzen, um unter Armut leidenden Seniorinnen zu helfen. Mit Unterstützung örtlicher Caritasverbände erleichtert die Stiftung diesen Frauen das Leben, indem sie ihnen die Mittel für ganz konkrete Anschaffungen zur Verfügung stellt - eine Brille, einen Kühlschrank oder eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr.

Die andere Hälfte der Erlöse wird dazu verwendet, um die soziale Arbeit von Caritas international zu unterstützen. Im Vordergrund stehen dabei Hilfen für junge Menschen. So hat die Jürgen-Frenger-Stiftung unter anderem ein Berufsbildungsprojekt in Tansania gefördert. In der Millionenstadt Daressalam erhalten Mädchen und junge Frauen eine Computerausbildung, die sie in die Lage versetzt, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

Selbständig sein, auf eigenen Füßen stehen - das war auch dem Stifter wichtig. Zwar begann er seinen Berufsweg als Gymnasiallehrer, doch nach ein paar Jahren zog es ihn in die freie Wirtschaft. Dort arbeitete er zunächst als Personalleiter, später als Geschäftsführer eines  Unternehmens. Parallel dazu hat er sich stets ehrenamtlich engagiert: als Arbeitsrichter, als Kommunalpolitiker und im Wassersport. Heute lebt er im Ruhestand, doch zur Ruhe setzen mag sich der Rheinländer an der Ostsee noch lange nicht. "Ich hatte das Glück, erfolgreich zu sein", sagt Frenger bescheiden. "Von diesem Erfolg möchte ich etwas zurückgeben." Seine Stiftung betrachtet er daher als Höhepunkt seines Lebenswerks - und geht sie genauso strategisch an wie alle anderen Aufgaben zuvor.

Der planvolle Ausbau mit eigenen Mitteln, aber auch mit Zustiftungen Dritter ist sein Ziel. Deshalb wirbt er gezielt im Freundes- und Bekanntenkreis für sein caritatives Werk. "Wachstum ist wichtig. Es eröffnet neue Handlungsspielräume", so der Stifter. "Je größer das Grundkapital ist, desto höher sind auch die Erlöse und desto mehr Mittel stehen für die humanitäre Arbeit zur Verfügung.

Maria-Raab Stiftung

Maria Raab

Heute würde man Maria Raab als „minderjährigen unbegleiteten Flüchtling" bezeichnen, und wahrscheinlich würde sie viel Unterstützung und Hilfe finden. Doch als die 12-jährige nach Deutschland kam, da lag dieses Land in Trümmern. Man schrieb 1946, und Maria Raab war aus Ungarn vertrieben worden: mutterseelenallein, ohne Eltern, musste sie sich in der Fremde zurechtfinden.

Es gelang ihr, wie man heute weiß. Als sie 2014 starb, hinterließ sie ein bescheidenes Vermögen. Sie vererbte es Pfarrer Gerhard Bernauer, der seinerseits damit ein Jahr später die Maria-Raab-Stiftung ins Leben rief. Sie fördert vornehmlich die Not- und Katastrophenhilfe von Caritas international. „Auch ich werde diese Stiftung nach meinem Tod mit einem Vermächtnis unterstützen", so der pensionierte Geistliche.

Ihr fester Glaube war es, der Maria Raab in den Nachkriegswirren die Kraft und die Energie gab, ihr Schicksal zu meistern. Hinzu kam ihre künstlerische Begabung. Die junge Frau machte zuerst eine Ausbildung zur Erzieherin und wurde dann Fachlehrerin für bildhaftes Gestalten. Sie war ausgesprochen beliebt bei ihren Schülerinnen und hoch geschätzt im Kollegium.

So kam sie zur Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal, wo sie Pfarrer Bernauer kennenlernte, mit dem sie anschließend eine vier Jahrzehnte währende Freundschaft verband. „Eine glückliche Fügung hat uns zusammengeführt", erinnert sich Bernauer. In dieser Zeit gestaltete Maria Raab beispielsweise zeitgenössische Krippenfiguren für die Pfarrei in Weil am Rhein und schmückte das Pfarrhaus mit ihren Kunstwerken.

Den Gedanken, mit ihrem Erbe eine Stiftung zu gründen, entwickelte Gerhard Bernauer während einer seiner vielen Pilgerreisen, die er regelmäßig mit seinem Schulfreund unternimmt. Auf diesen Reisen, sei es im europäischen Ausland, sei es in der Region rund um Offenburg, entstünden beim gemeinsamen Wandern die fruchtbarsten Ideen, berichtet Bernauer, so auch der Plan, Stifter zu werden.

Dass dies unter dem Dach der Caritas-Stiftung Deutschland geschehen müsse, lag für ihn nahe, da er sich jedes Jahr mit den Jahresberichten der Dachstiftung über deren Arbeit informiert. „Ich bin immer wieder beeindruckt von ihren Aktivitäten", betont der Geistliche.

Hinzu kamen Gründe, die ihre Wurzeln in seiner eigenen Biographie haben. „Meine Eltern haben sich bei ihrer Arbeit für die Caritas in Freiburg kennen und lieben gelernt", erzählt Bernauer. Sein Vater habe zudem später die großen Caritas-Pilgerreisen zu Wallfahrtorten wie La Salette, Lourdes und Rom geleitet. „So schließt sich für mich der Kreis", fasst der Pfarrer zusammen.

Siegfried und Ingrid Lachenicht-Stiftung

Die Kirche im Regenwald

Portrait: Ingrid und Siegfried LachenichtIngrid und Siegfried Lachenicht

Wie finden Menschen den Sinn für ihr Leben? Diese Frage mussten sich Siegfried und Ingrid Lachenicht nie stellen. Denn es war der katholische Glaube, der den beiden Orientierung und Lebenssinn zugleich bot.Die Messe am Sonntag war für sie mehr als eine Selbstverständlichkeit. Sie war der Höhepunkt der Woche. War - denn inzwischen kann Siegfried Lachenicht sie aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr besuchen. "Das bedeutete einen großen Einschnitt für mich", sagt der pensionierte Regierungsdirektor. "Die Übertragungen der Messe im Radio sind ein Ersatz, aber eben nur dies - Ersatz."

Für das Ehepaar, geboren in den 1930er Jahren und geprägt von Krieg und Nachkriegszeit, verbinden sich mit dem katholischen Glauben Werte, die heute selten geworden sind. Persönliche Bescheidenheit zählt dazu, Pflichtbewusstsein und Nächstenliebe. "Wir haben uns nur einen Luxus geleistet", erzählt das Ehepaar, "und das waren Bücher." Vor allem solche über Glaubensfragen und Theologie, und daraus ist in all den Jahren des Sammelns eine stattliche Bibliothek geworden.

Denn der Glaube bietet für die Lachenichts zugleich eine spannende intellektuelle Herausforderung. Es macht ihnen Freude nachzuvollziehen, auf welcher exegetischen Grundlage Papst Benedikt die Liebe zu Gott begründet und wie anders Papst Franziskus vorgeht. "Die Thesen von Franziskus sind unserem Herzen näher", fasst Siegfried Lachenicht zusammen. Warum? "Weil er die Barmherzigkeit in den Mittelpunkt stellt. Das finde ich klasse." Nächstenliebe, so empfinden es die Lachenichts, ist gelebter Glaube und die wichtigste Botschaft Gottes. Eben deshalb sind die beiden Stifter geworden. Doch der Weg dahin war lang - und manchmal auch ein wenig umständlich.  

Am Anfang stand eine persönliche Begegnung. Auf dem Rückflug von einer seiner Dienstreisen nach Lateinamerika lernte Siegfried Lachenicht Bischof Tomás Romero Gross aus Ecuador kennen. Der erzählte ihm von einem Missionshaus, dem Parish Center San Antonio de Sarayacu, das er im ecuadorianischen Teil Amazoniens gegründet hatte, um weitab von jeder Zivilisation den Glauben erlebbar zu machen. Lachenicht, der auf seinen Reisen das Ausmaß der wirtschaftlichen Not der Menschen in Lateinamerika kennen gelernt hatte, war begeistert.

Zurück in Köln, wo das Ehepaar bis heute lebt, berichtete er seiner Frau von diesem Projekt im Regenwald. Die beiden beschlossen, den Bischof mit ihren Ersparnissen zu unterstützen, um die Ausstattung der Mission zu finanzieren. Gespendet hatte das Ehepaar schon immer. "Doch nun hatten wir uns zum ersten Mal für ein ganz konkretes Projekt engagiert und konnten dort direkt helfen", erinnert sich Siegfried Lachenicht. "Das war ein ganz neues Gefühl. Wir wussten, das unsere Hilfe genau da ankommt, wo wir es wollen." Per Kanu wurden die mit dem Geld derLachenichts erworbenen Möbel und Einrichtungsgegenstände über den Bobonaza-Fluss zu der Mission transportiert.  

Viele Jahre haben die beiden die Arbeit des Bischofs in der Provinz Pastaza gefördert. Unter anderem unterstützten sie auch den Bau einer Kirche, und dabei speziell die stählerne Dachkonstruktion. Zum Dank benannte die kleine Gemeinde die Glocken nach dem Ehepaar. Bis heute rufen "Ingrid" und "Siegfried" die Gläubigen in ElTriunfo zur Messe. Doch nach dem Tod des Geistlichen brach der Kontakt zu der Gemeinde ab. Das Ehepaar machte sich auf die Suche nach einem neuen Partner, mit dem sie ihre persönliche Vorstellung von Nächstenliebe realisieren konnten. Langfristig aber erwiesen sich die Alternativen nicht als zufriedenstellend.  

Im Frühjahr 2013 wurde Siegfried Lachenicht erstmals auf die Caritas-Stiftung Deutschland aufmerksam, und damit kam eine neue Erkenntnis. "Stiften - danach hatten wir gesucht", erinnert sich der Pensionär. Denn da das Kapital unangetastet bleibt, ermöglicht eine Stiftung wirklich dauerhaftes Engagement, das über Generationen währt. Und genau das war es, was die beiden wünschten.  

In den Jahrzehnten ihrer Berufstätigkeit - sie als Übersetzerin an der Universität Köln, er als Fachbereichsleiter beim Bundesinstitut für Sportwissenschaften - hatte es das kinderlose Paar vermocht, neben seiner Spendentätigkeit ein kleines Vermögen anzusparen. Es bildet jetzt den Grundstock für ihr soziales Engagement. Einen Teil davon haben sie verwendet, um ihre Lachenicht-Stiftung auszustatten, die unter dem Dach der Caritas-Stiftung Deutschland gegründet wurde. Sie unterstützt die soziale Arbeit von Caritas international in Lateinamerika. "Für die Menschen dort schlägt unser Herz", sagen die Eheleute. Die Professionalität der Caritas, so betonen sie, biete außerdem die Gewähr dafür, dass die Mittel effizient eingesetzt werde und die Hilfe wirklich ankommt.  

Darüber hinaus haben die Lachenichts in ihrem Erbvertrag ein Vermächtnis eingerichtet: Ihre Stiftung wird das Vermögen der beiden erben. "Für uns war es wichtig, einen Weg zu finden, mit der wir im wahrsten Sinne des Worte gut leben können", erläutert Siegfried Lachenicht. "Mit dem Vermächtnis haben wir Regelungen getroffen, die uns zu Lebzeiten volle Gestaltungsfreiheit bieten." Damit ist sichergestellt, dass auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit ausreichende Mittel für die Pflege zur Verfügung stehen.
Denn eines ist den beiden Lachenichts deutlich geworden: Im achten Lebensjahrzehnt lassen die Kräfte nach. "Wir freuen uns über jeden Tag, den wir unbeschwert verbringen können", sagen sie. "Unsere Stiftung wachsen zu sehen, trägt zu dieser Freude bei."

Stiftung "leben und geben"

Die Ziele der Stiftung "leben und geben"

Tautropfen an einem BlattIch wünsche, dass meine Stiftung Menschen in Not mehr als nur einen Tropfen Hoffnung geben kann, so wie die Hilfe der Caritas damals für mein Leben

Mit meiner Stiftung "leben und geben"  möchte ich Menschen in Not helfen - vor allem Kindern eine Perspektive für Ihre Zukunft geben. Die Stiftung soll nicht nur zu ihrem Überleben  beitragen. Darüber hinaus soll sie Menschen Lebensmut und Zuversicht geben. Mein größter Wunsch ist es, dass dieser Gedanke der Mitmenschlichkeit weitergegeben wird und so etwas mehr Frieden in die Welt bringt. In diesem Sinne soll meine Stiftung eine kleine Friedens-Kette entstehen lassen.

Als Kriegs- und Flüchtlings-Kind musste ich bitter Hunger leiden. Meine Geschwister und ich haben oft geweint, wenn unsere Mutter uns nichts zu essen geben  konnte. Ohne die Hilfe der Caritas würde ich heute vielleicht nicht mehr leben. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich einmal so gut leben  werde wie jetzt, und dass es mir möglich sein wird, anderen etwas zu geben. 

Da ich durch meine Adoptiv-Familie eine besondere Beziehung zu Sri Lanka habe, sollen die Mittel aus meiner Stiftung in nächster Zeit Menschen in diesem Land zugute kommen. Nach dem Ende des langjährigen Bürgerkriegs ist dort vielerlei Hilfe dringend notwendig. Darüber hinaus sollen langfristig Projekte unterstützt werden, die sich für die Versöhnung zwischen den ehemalig verfeindeten Seiten einsetzen.

Ich freue mich, wenn Sie mein Anliegen unterstützen. Das können Sie mit Zustiftungen nachhaltig tun.

Matilda Putra

Stiftung Hoffnung - Hilfe für unheilbar Kranke

Die Krankheit

Stiftungsgründer Karl Heinz Gesang mit seinem kranken SohnStiftungsgründer Karl Heinz Gesang mit seinem kranken Sohn

Es beginnt meist um das 30. Lebensjahr mit Geh- und Sprachschwierigkeiten, dann folgen Störungen der gesamten Feinmotorik verbunden mit Spastik in Händen und Füßen. Im Alter von 40 Jahren sind die Kranken fast vollständig auf fremde Hilfe angewiesen und benötigen Versorgung rund um die Uhr. Spinozerebelläre Ataxie (SCA) - so der wissenschaftliche Name der Erbkrankheit - zeigt sich im mangelnden Zusammenspiel der Muskelgruppen des Menschen. Ursache dafür ist die Zerstörung von Nervenzellen in Kleinhirn und Rückenmark. Diese, in der Bevölkerung kaum bekannte neurologische Erkrankung, ist mit einem hohen Leidensdruck für die Betroffenen und ihre Familien verbunden.

Der Gründer

In seiner Familie hat Karl-Heinz Gesang mehrfach unmittelbar erlebt, was es heißt, an einer Spinozerebellären Ataxie (SCA) zu leiden: Es bedeutet, keine Hoffnung zu haben. Bislang gibt es weder Therapie noch Heilung für die tödlich verlaufende Erbkrankheit.

Im Jahr 2007 gründete der engagierte Katholik eine eigene Stiftung unter dem Dach der Caritas-Stiftung Deutschland. Ihr Name: Stiftung Hoffnung. Sie soll den Kranken helfen. Nach dem Tod des Stifters im Mai 2012 führen die Familie und die Dachstiftung das Werk gemeinsam in seinem Sinne weiter.

Der Stiftungszweck

Neben Unterstützung bei der Versorgung der Kranken hat die Stiftung Hoffnung vor allem die Aufgabe, die Ursachenforschung zu unterstützen. Noch ist ausgesprochen wenig über die genetischen Ursachen und Hintergründe des Krankheitsbildes bekannt.

Das auf die Wissenschaft ausgerichtete Engagement lag dem Stifter besonders am Herzen. Zeit seines Lebens setzte er sich dafür ein, Mittel für die Ursachenforschung zu gewinnen. Deshalb warb er unter anderem um Zustiftungen, mit denen er das Kapital der Stiftung Hoffnung aufstockte. So gelang es ihm, die jährlichen Erlöse zu steigern, die der konkreten Stiftungsarbeit dienen. Im Sinne des Stiftungsgründers werden die Familie und die verwaltende Dachstiftung dieses besondere Engagement weiter fortsetzen und auch künftig um Zustiftungen in die Stiftung Hoffnung werben.

Ursula und Norbert Teckentrup-Stiftung

Ursula und Norbert Teckentrup-StiftungLebensnah helfen – das ist der Wunsch des Ehepaars Teckentrup

Lebensnah helfen - das ist der Wunsch des Ehepaars Teckentrup. Mit ihrer im Sommer 2014 gegründeten Ursula und Norbert Teckentrup-Stiftung kümmern sie sich um Bedürftige im In- und Ausland. Dabei vertrauen sie auf die Caritas. "Ihre Mitarbeiter wissen am besten, wer konkrete Hilfe benötigt. So können wir unsere Hilfe so unkompliziert und so praktisch wie möglich gestalten", fasst es Norbert Teckentrup zusammen.

Die Motive für die Stiftungsgründung der beiden waren vielfältig. Zum einen waren die Teckentrups, als sie nach 25 Jahren im Ausland in ihre Heimat zurückkehrten, betroffen von der wirtschaftlichen Not, unter der manche Senioren und Familien hier leiden. Zum anderen hat Helfen für die gläubigen Katholiken schon immer zum Leben gehört. Nicht zuletzt deshalb war  die Caritas für sie der ideale Partner.

Service der Dachstiftung

Und es gibt noch einen weiteren triftigen Grund: "Der Service der Dachstiftung ist einzigartig", betont Norbert Teckentrup. "Bei der Wahl eines Partners war es für uns wichtig, dass die Stiftungserlöse komplett für die soziale Arbeit zur Verfügung stehen. Diese Sicherheit haben wir nun."

Mit dieser Gewissheit im Herzen ging das kinderlose Ehepaar seither noch einen Schritt weiter. Wenige Wochen nach der Stiftungsgründung setzte es gemeinsam seinen Letzten Willen auf. Darin vermachen sie einen Teil ihres über die Jahre gesparten Vermögens der eigenen Stiftung. So wird die lebensnahe Hilfe besonders dauerhaft.